Verschärfte Anforderungen der EnEV 2016

Was jetzt noch KfW-70 ist, ist ab dem 01.01.2016 Standard.

Ab dem nächsten Jahr gelten aufgrund der nächsten Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) höhere energetische Anforderungen an den Neubau. Das bislang als KfW-70  gekennzeichnete Effizienzhaus wird dann gerade noch dem gesetzlichen Mindeststandard bei Wohnungsneubauten entsprechen.

Hintergrund dafür ist die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Diese zielt darauf ab, das neu zu errichtende oder zu modernisierende Wohngebäude einer hohen Energieeffizienz entsprechen und damit verbunden so wenig Energie für die Wärmeerzeugung und den Betrieb des Gebäudes verbrauchen wie möglich.

Um diesen Standard erreichen zu können, müssen die Neubauten ab dem 01.01.2016 nochmals 25% besser gegenüber den bisherigen Anforderungen sein.

Wie sieht das in der Realität aus?

Ihr Energieberater erstellt ein virtuelles Gebäude, unter Einbeziehung Ihrer wünsche. Im selben Moment wird ein sogenanntes Referenzgebäude erstellt, welches  dieselbe Geometrie enthält wie ihr Wunschobjekt, jedoch schon  in allen Bereichen die Anforderung an die EnEV einhält. Also sprich den Anforderungen an den Wärmedurchlasskoeffizienten der einzelnen Bauteile sowie den Anforderungen an die Anlagentechnik.

Wer nun denkt, anhand der Einhaltung der Wärmedurchlasskoeffizienten der einzelnen Bauteile nach Referenzgebäude von 2016, wären die Anforderungen an die EnEv 2016 für den Neubau sogleich erfüllt, täuscht sich. Denn ausschlaggebend ist der Primärenergiebedarf des Gebäudes. Somit auch die Anlagentechnik.

Wenn zum Beispiel ein Gas-Brennwertgerät mit solarer Trinkwarmwasserunterstützung als Anlagentechnik geplant ist, kann es dazu kommen, dass in diesem Fall effizientere Technik und / oder auch mehr Dämmung nötig ist, um die Anforderung an den Qp (Primärenergiebedarf) einzuhalten, obwohl der H`T (Transmissionswärmeverlust über die Bauteile) bereits erfüllt ist.

Um dies zu umgehen, können jedoch auch sogenannte "Ersatzmaßnahmen" eingesetzt werden, welche die Anlagentechnik aufbessern. Wie zum Beispiel der Einsatz einer PV-Anlage oder einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Fakt ist: Eine Standardlösung gibt es in diesem Fall nicht. Hier kommt es auf die richtige Planung und Beratung an, um den Anforderung an die neue EnEV gerecht werden zu können.

Zur Erläuterung:
Der Primärenergiebedarf (QP) beschreibt die Energiemenge, die zur Deckung des Endenergiebedarfs bezogen auf die Nutzfläche des Gebäudes notwendig ist. Dabei ist auch die zusätzliche Energiemenge zu berücksichtigen, die durch zeitlich oder örtlich vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Systems 'Gebäude' bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des eingesetzten Energieträgers entsteht. Zur Ermittlung des Primärenergiebedarfes wird der entsprechende Energiebedarf unter Berücksichtigung der beteiligten Energieträger mit einem Primärenergiefaktor multipliziert. Dabei werden regenerative Energiequellen sowie effiziente Anlagentechnik und ein hoher Wärmedämmstandard positiv berücksichtigt.

Der spezifische Transmissionswärmeverlust (H`T ) beschreibt die Wärmeenergieverluste, die durch die Gebäudehülle abgegeben werden. Dazu zählen die energetischen Verluste durch die einzelnen flächigen Bauteile des Gebäudes sowie die Energieverluste durch Wärmebrücken.

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Verschärfte Anforderungen der EnEV 2016

Was jetzt noch KfW-70 ist, ist ab dem 01.01.2016 Standard.

Ab dem nächsten Jahr gelten aufgrund der nächsten Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) höhere energetische Anforderungen an den Neubau. Das bislang als KfW-70  gekennzeichnete Effizienzhaus wird dann gerade noch dem gesetzlichen Mindeststandard bei Wohnungsneubauten entsprechen.

Hintergrund dafür ist die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Diese zielt darauf ab, das neu zu errichtende oder zu modernisierende Wohngebäude einer hohen Energieeffizienz entsprechen und damit verbunden so wenig Energie für die Wärmeerzeugung und den Betrieb des Gebäudes verbrauchen wie möglich.

Um diesen Standard erreichen zu können, müssen die Neubauten ab dem 01.01.2016 nochmals 25% besser gegenüber den bisherigen Anforderungen sein.

Wie sieht das in der Realität aus?

Ihr Energieberater erstellt ein virtuelles Gebäude, unter Einbeziehung Ihrer wünsche. Im selben Moment wird ein sogenanntes Referenzgebäude erstellt, welches  dieselbe Geometrie enthält wie ihr Wunschobjekt, jedoch schon  in allen Bereichen die Anforderung an die EnEV einhält. Also sprich den Anforderungen an den Wärmedurchlasskoeffizienten der einzelnen Bauteile sowie den Anforderungen an die Anlagentechnik.

Wer nun denkt, anhand der Einhaltung der Wärmedurchlasskoeffizienten der einzelnen Bauteile nach Referenzgebäude von 2016, wären die Anforderungen an die EnEv 2016 für den Neubau sogleich erfüllt, täuscht sich. Denn ausschlaggebend ist der Primärenergiebedarf des Gebäudes. Somit auch die Anlagentechnik.

Wenn zum Beispiel ein Gas-Brennwertgerät mit solarer Trinkwarmwasserunterstützung als Anlagentechnik geplant ist, kann es dazu kommen, dass in diesem Fall effizientere Technik und / oder auch mehr Dämmung nötig ist, um die Anforderung an den Qp (Primärenergiebedarf) einzuhalten, obwohl der H`T (Transmissionswärmeverlust über die Bauteile) bereits erfüllt ist.

Um dies zu umgehen, können jedoch auch sogenannte "Ersatzmaßnahmen" eingesetzt werden, welche die Anlagentechnik aufbessern. Wie zum Beispiel der Einsatz einer PV-Anlage oder einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Fakt ist: Eine Standardlösung gibt es in diesem Fall nicht. Hier kommt es auf die richtige Planung und Beratung an, um den Anforderung an die neue EnEV gerecht werden zu können.

Zur Erläuterung:
Der Primärenergiebedarf (QP) beschreibt die Energiemenge, die zur Deckung des Endenergiebedarfs bezogen auf die Nutzfläche des Gebäudes notwendig ist. Dabei ist auch die zusätzliche Energiemenge zu berücksichtigen, die durch zeitlich oder örtlich vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Systems 'Gebäude' bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des eingesetzten Energieträgers entsteht. Zur Ermittlung des Primärenergiebedarfes wird der entsprechende Energiebedarf unter Berücksichtigung der beteiligten Energieträger mit einem Primärenergiefaktor multipliziert. Dabei werden regenerative Energiequellen sowie effiziente Anlagentechnik und ein hoher Wärmedämmstandard positiv berücksichtigt.

Der spezifische Transmissionswärmeverlust (H`T ) beschreibt die Wärmeenergieverluste, die durch die Gebäudehülle abgegeben werden. Dazu zählen die energetischen Verluste durch die einzelnen flächigen Bauteile des Gebäudes sowie die Energieverluste durch Wärmebrücken.